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Im Zuge der Dorferneuerung wurde in der Gemeinde Söchtenau am 17.10.2009 eine Rekonstruktion und originalgetreues Replikat des Söchtenauer Meilensteines von1799/1810 bzw. 2003 enthüllt. Dieser Meilenstein hat eine spannende Geschichte. Von ihm waren bisher zwei Fragmente bekannt, jedoch konnten sie nie zusammengebracht werden.
Das obere, bereits 1799 entdeckt und 1810 geborgen und nach München verbrachte ging leider im II. Weltkrieg bei einer Bombennacht unwiederbringlich verloren. Jedoch wurde es gut dokumentiert und somit waren Form und Inschrift bekannt.
Das zweite Fragment wurde im Herbst 1997 bei Ausschachtungsarbeiten an der Friedhofsmauer entdeckt aber nicht gleich als solches erkannt und deswegen schnell, teilweise sogar mit Beton zugeschüttet. Bei Bauarbeiten an der Staatsstraße im April 2003 konnte es jedoch glücklicherweise geborgen werden. Somit war das ganze Geheimnis der Inschrift nun reproduzierbar.
Dass man nun den ganzen Meilenstein wie er in seiner ursprünglichen Form an der Via Julia gestanden hat nun betrachten kann, ist einem Teilprojekt der Dorferneuerung in Söchtenau zu verdanken. Die Finanzierung wurde ermöglicht, weil die Richtlinien der bayerischen Dorferneuerung auch die Förderung von Bewahrung und Wiederherstellung von Kulturelementen und Denkmälern vorsehen.
Die Rekonstruktion
Nachdem der Entschluss gefasst war, einen möglichst originalgetreuen römischen Meilenstein anzufertigen, wurde der Rohling, wie zur Römerzeit, in einem Steinbruch am Untersberg gebrochen. Unter der fachkundigen Anleitung des Kreisheimatpflegers Ferdinand Steffan gelang es dem Steinmetz Fritz Häringer aus Siegsdorf, die vor 2000 Jahren übliche Machart mit modernen Werkzeugen nachzuahmen. Form, Oberflächenstruktur, Schriftgestaltung und Ausführung wurden bis ins Detail abgestimmt.
Das Ergebnis ist nun im westlichen Teil des Friedhofsparkplatzes in Söchtenau - direkt an der ehemaligen Römerstraße - zu sehen. Der Meilenstein soll an die Geschichte Söchtenaus erinnern und allen Vorbeikommenden die Möglichkeit geben, einen römischen Meilenstein im Originalzustand zu besichtigen.
Die Inschrift
Ein erneute Untersuchung des Fundes von 1799, verbunden mit den Textfragmenten des Fundes von 2003 ergaben für den neuen Meilenstein folgende Inschrift:
[Imp(erator)] Caes(ar) L(ucius) Se[ptimius]
Severus Pius Pe[rti]
[n]ax Aug(ustus) Arab(icus) Adiab(enicus),
[Parth(icus)] max(imus), pontif(ex) max(imus), trib(unicia)
[pot(estate)] VIIII, imp(erator) XII, co(n)s(ul) II, p(ater) p(atriae), pro[co(n)s(ul)]
[et] Imp(erator) Caes(ar) M(arcus) Aurell(ius) Anton
[i]nus Pius Aug(ustus) trib(unicia) pot(estate) IIII
proco(n)s(ul) et [[P(ublius) Septimius
Geta nob(ilissimus) Caes(ar)]] [milli]
aria [vetustate collapsa/conlapsa]
restitu[erunt curante]
M(arco) Iuventio [Suro Proculo]
leg(ato) pr(o) pr(aetore) [ab Iuvavo]
m(ilia) p(assuum) [ ]
Der Imperator und Kaiser Lucius Septimius Severus
mit den Ehrentiteln der Fromme, Beharrliche und Erhabene,
Sieger über die Araber, Adiabener und
größter Sieger über die Parther, oberster Priester, mit der Amtsgewalt eines Tribunen
zum 9. Mal betraut, zum 12. Mal Imperator, zum 2. Mal Konsul, Vater
des Vaterlandes und Prokonsul,
und der Imperator und Kaiser Marcus Aurelius Antoninus
mit den Ehrentiteln der Fromme und Erhabene, mit der Gewalt eines Tribunen zum 4. Mal ausgestattet
und Prokonsul, sowie Publius Septimius
Geta, der hocherhabene Kaiser,
haben die vom Alter zerstörten Meilensteine wieder hergestellt unter der Aufsicht des Marcus Iuventius Surus Proculus, Legat im Range eines Proprätors.
Von Salzburg .. Meilen entfernt.
Einzig die Angabe der Entfernung ab Salzburg kann leider nicht mehr genau ermittelt werden. Anzunehmen ist jedoch eine Zahl um 46 Meilen.
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